Konsequenz ist ein Schlüssel zum Erfolg der Kompressionstherapie. Doch viele Patient:innen kämpfen im Alltag mit Hürden. Lesen Sie in unserem Beitrag, wie Sie mit gezielter Ansprache und praktischen Tipps die Adhärenz Ihrer Kund:innen spürbar verbessern können.
Adhärenz beginnt mit der richtigen Ansprache.
Viele Patient:innen unterschätzen die zentrale Bedeutung der konsequenten Kompressionstherapie für den Krankheitsverlauf. Studien zeigen, dass die regelmäßige Anwendung von Kompressionsstrümpfen entscheidend zur Reduktion von Beschwerden und zur Prävention von Komplikationen beiträgt (z. B. Ulcus cruris venosum, rezidivierende Thrombosen) [AWMF S3-Leitlinie „Medizinische Thromboseprophylaxe“, 2021].
Dennoch geben laut Erhebungen bis zu 40 % der Betroffenen an, die Strümpfe nicht regelmäßig zu tragen. Sei es aus Bequemlichkeit, Unwissenheit oder aufgrund praktischer Hürden.
Hier kommt Ihre Beratung ins Spiel: Weisen Sie Ihre Kund:innen schon beim ersten Kontakt darauf hin, dass eine unterbrochene Anwendung den therapeutischen Effekt mindert und die Krankheitsprogression begünstigen kann. Verdeutlichen Sie die langfristigen Vorteile und schaffen Sie Verständnis für die Notwendigkeit der Therapie.
Hürden erkennen. Lösungen anbieten.
Zu den häufigsten Gründen für eine nachlassende Therapietreue zählen Schwierigkeiten beim Anlegen der Strümpfe, Hautreizungen und ein unangenehmes Tragegefühl; vor allem in den Sommermonaten. Gerade ältere Patient:innen und Menschen mit Bewegungseinschränkungen berichten oft, dass das tägliche Anziehen eine zu große Belastung darstellt.
Hier zeigen Sie als Apotheke Ihre Kompetenz:
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Empfehlen Sie bei Bedarf alternative Materialien, die atmungsaktiver und angenehmer auf der Haut sind.
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Bieten Sie Anziehhilfen an, wie beispielsweise Doff N Donner oder Gleitsocken, die den Kraftaufwand deutlich reduzieren.
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Erklären Sie die richtige Anziehtechnik und geben Sie praktische Tipps, um Hautirritationen zu vermeiden.
Diese Unterstützung hilft Ihren Kund:innen nicht nur dabei, die Therapie im Alltag besser umzusetzen, sondern steigert auch ihre Motivation, die Behandlung fortzuführen.
Beratung schafft Vertrauen.
Therapietreue ist nicht nur eine Frage des Wissens, sondern auch des Vertrauens. Ihre Kund:innen schätzen es, wenn Sie aktiv nachfragen, wie es ihnen mit den Strümpfen geht, und offen für Rückfragen oder Probleme sind. Eine kontinuierliche Begleitung signalisiert: „Wir sind für Sie da. Auch nach dem Kauf.“
Diese persönliche Ansprache stärkt die Kundenbindung und die Akzeptanz der Therapie gleichermaßen.
Fachlich fundiert beraten.
Die aktuelle S3-Leitlinie „Medizinische Thromboseprophylaxe“ und die S2k-Leitlinie „Chronische Venenerkrankungen“ betonen die zentrale Rolle der Kompressionstherapie in der konservativen Behandlung. Auch die WHO zählt mangelnde Adhärenz zu den größten Herausforderungen der modernen Medizin und ruft explizit zu mehr Aufklärung durch das medizinische Fachpersonal auf. Mit Ihrer Beratung tragen Sie somit nicht nur zur individuellen Gesundheitsförderung bei, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Versorgungsqualität.
Fazit
Mit gezielter Ansprache, fachkundiger Beratung und einem Blick für individuelle Bedürfnisse stärken Sie die Therapietreue Ihrer Kund:innen spürbar. Helfen Sie ihnen, bestehende Hürden zu überwinden, und zeigen Sie, wie einfach und wirksam die Kompressionstherapie sein kann. Für mehr Lebensqualität und nachhaltigen Erfolg der Behandlung.